Description
Diese Studie analysiert das praktische Wissen, welches PhysikerInnen im Labor bentigen, sowie dessen Aneignung und Vermittlung. Die erkenntnistheoretische Grundlage dazu bilden Michael Polanyis Konzept des impliziten Wissens und Ludwig Wittgensteins pragmatische Sprachauffassung. Die Untersuchung steht im Umfeld der sogenannten “Laborstudien” und zeichnet sich vor allem durch ihren problemorientierten Ansatz aus. Sie zeigt die Praxis der Physik, wie sie PhysikerInnen in ihren eigenen Worten beschreiben: Probleme im Umgang mit Apparaturen, Fehlersuche, Problemerkennen, Messen und Interpretieren … Die Rolle von Frauen in der physikalischen Forschung bildet einen besonderen Schwerpunkt. Als Grundlage fr eine moderne Wissenschaftsdidaktik, Know-how-Vermittlung sowie fr die Evaluation und Kompetenzentwicklung von Forschungseinrichtungen wendet sich das Buch an eine breite Zielgruppe: In Forschung und Lehre ttige PhysikerInnen oder PhysiklehrerInnen an hheren Schulen, Philosophen, Wissenschaftsforscher und -soziologen, Bildungs- und Berufsforscher. 1 Erkenntnistheoretischer und sprachphilosophischer Hintergrund.- 1.1 Michael Polanyis Konzept vom impliziten Wissen.- 1.1.1 Einfhlung und Verinnerlichung: Wissen ohne explizite Regeln.- 1.1.2 Integration und Analyse – Sinn und Sinnverlust.- 1.1.3 Denotation als Kunst: Grundlagen und Mglichkeiten symbolischer Reprsentation.- 1.1.4 Wider das Objektivittsideal: Personalitt als Wissensgrundlage.- 1.1.5 Persnliche Wissensvermittlung: Beispiel, Autoritt, Tradition.- 1.1.6 Wissenschaft und Technik: Chemisch-physikalisches Wissen und das Verstndnis von Maschinen.- 1.2 Ludwig Wittgensteins pragmatische Sprachauffassung.- 1.2.1 Das Sagbare und das Unsagbare.- 1.2.2 Zur Bedeutung des Wortes: Alltglicher Gebrauch anstelle von Wesensbegriffen.- 1.2.3 Die Verwobenheit von Sprache und Handlung: Sprachspiele und Sprache als Lebensform.- 1.2.4 Befolgen einer Regel: Lernen ohne explizite Regeln.- 1.2.5 Wissen, Verstehen und Sehen durch Vertrautheit.- 2 Methode.- 2.1 Verlauf der Studie und Erhebungsverfahren.- 2.2 Durchfhrung und Auswertung der Interviews.- 2.3 Methoden schwedischer ArbeitsforscherInnen.- 2.4 Methoden der Laborstudien.- 2.5 Qualitative Forschung und quantitative Gegenpositionen.- 3 Die Institute.- 3.1 Forschungsgebiete.- 3.2 Labors und Apparaturen.- 3.2.1 Ionen-Molekl-Reaktionen an der Apparatur SIFDT.- 3.2.2 Oberflchenphysik am STM.- 3.3 Ausbildung und Organisation der Forschung.- 4 Probleme und Themenbereiche.- 4.1 “Ltkolbenphysik” und die “eigentliche” Physik?.- 4.1.1 Theorie und Experiment.- 4.1.2 Theoretische und praktische Arbeitsweisen.- 4.1.3 Von der Theorie in die Praxis.- 4.1.4 Theoretische Begriffe und experimentelle Praktiken.- 4.2 Beziehung Mensch-Maschine.- 4.2.1 Angst und Hemmung vor der Maschine.- 4.2.2 Sehen, Hren, Riechen, Tasten.- 4.2.3 Emotionaler Bezug zur Maschine.- 4.2.4 Vom “diffusen Haufen” zum “verlngerten Lebensnerv”.- 4.3 Experimentelle und andere Fertigkeiten.- 4.3.1 Experten!?.- 4.3.2 Fehlersuchen und Problemerkennen.- 4.3.3 Messen und Interpretieren.- 4.3.4 Fingerspitzengefhl und Intuition.- 4.3.5 Die Wichtigkeit des Nebenschlichen.- 4.3.6 Vergleiche mit Autofahrern.- 4.4 Zusammenarbeit und Betreuungsverhltnisse.- 4.4.1 Der gute Betreuer, der Mesklave und die “Meister-Lehrling”-Beziehung.- 4.4.2 Paradoxien des Betreuungsverhltnisses.- 4.4.3 Die Kultur des Fragens.- 4.4.4 Labortraditionen und Brche.- 4.4.5 Organisation.- 4.5 Sprache und Handlung: Lehren und Lernen.- 4.5.1 Schriftliche und mndliche Anleitungen.- 4.5.2 Vermittlung von impliziten Wissen.- 4.5.3 Von expliziten Anweisungen zum impliziten Wissen.- 4.6 Frauen in der Physik.- 4.6.1 Hemmung – ein frauenspezifisches Charakterstikum?.- 4.6.2 Geschlechtsspezifischer Zugang zur Maschine.- 4.6.3 Arbeitsatmosphre.- 4.6.4 Frau und Physik – ein Widerspruch?.- 5 Praktisches Wissen und Sprache.- 5.1 “Reines” Wissen in der Physik?.- 5.1.1 Wissenschaft als kulturelle Praxis.- 5.1.2 Sinnliche Gewiheit.- 5.1.3 Die “reine” Theorie?.- 5.1.4 Von der wissenschaftlichen Definition zum “wissenschaftlichen Alltagsbegriff”.- 5.2 Wissen als Fertigkeit.- 5.2.1 Unterschiedliche Medien – unterschiedliche Fertigkeiten.- 5.2.2 Verwechslung von Fertigkeiten.- 5.2.3 Die Anwendung als notwendig implizites Wissensmoment.- 5.2.4 Vermittlung von Fertigkeiten.- Bibliographie.




